Wie du andere kamerunische Familien in Deutschland findest
Kirchengemeinde, Verein, Facebook, WhatsApp, Kinavela. Fünf Wege, sich zu finden, und was jeder von ihnen wirklich leistet.
Die häufigste Frage, die uns erreicht, hat mit Kinavela nichts zu tun. Sie lautet: Wo sind die anderen?
Darauf gibt es mehrere Antworten, und keine davon heißt allein Kinavela. Das hier sind die Wege, die kamerunische Familien in Deutschland tatsächlich gehen, und die Stelle, an der jeder von ihnen aufhört.
Die Kirchengemeinde
Für viele Familien ist die Gemeinde der erste Ort, an dem sie andere treffen, und über Jahre der verlässlichste. Sie hat einen Rhythmus. Sonntag für Sonntag, ohne dass jemand etwas organisieren muss. Kinder wachsen dort nebeneinander auf, und irgendwann sind die Eltern befreundet, weil die Kinder es waren.
Zwei Grenzen hat dieser Weg. Wer nicht gläubig ist oder einer anderen Konfession angehört, kommt über ihn nicht hinein. Und eine Gemeinde zeigt nur, wer schon da ist. Die Familie, die vor drei Monaten in denselben Stadtteil gezogen ist und noch niemanden kennt, taucht dort nicht auf.
Vereine und Landsmannschaften
In fast jeder größeren Stadt gibt es kamerunische Vereine, häufig entlang der Herkunftsregion organisiert oder entlang der Sprache, anglophon oder frankophon. Für Feste, für Beerdigungen, für die Anlässe, bei denen man Landsleute braucht und nicht Bekannte, sind sie unersetzlich.
Vereinsleben ist allerdings Erwachsenenleben. Es beantwortet selten die Frage, die Eltern kleiner Kinder wirklich stellen: Wo wohnt ein Kind im selben Alter, nah genug für einen Mittwochnachmittag?
Facebook-Gruppen
Sie sind groß, sie sind schnell, und sie sind der Grund, warum viele Familien überhaupt Kontakt bekommen. Für Wohnungssuche, Behördenfragen und Empfehlungen funktionieren sie gut.
Für die Nachbarschaftsfrage funktionieren sie schlecht. Eine Gruppe für ganz Deutschland kennt keinen Umkreis. Und ein Beitrag, in dem eine Mutter Anschluss für ihre siebenjährige Tochter sucht, steht öffentlich lesbar da, mit Namen, oft mit Foto.
Sobald man sich kennt, ist WhatsApp das beste Werkzeug, das es gibt. Um sich kennenzulernen, ist es das schlechteste. Jemand muss dich hineinholen, und wer in der Gruppe ist, hat deine Telefonnummer, bevor ihr euch je begegnet seid.
Kinavela
Wir haben Kinavela für die Lücke gebaut, die zwischen diesen Wegen bleibt: die Familie in Reichweite, die du noch nicht kennst. Deshalb zeigt Kinavela Entfernungsbereiche statt Adressen, deshalb haben Kinder keine eigenen Profile, und deshalb gibt es keinen öffentlichen Feed, in dem sich jemand ansehen kann, wer da gerade sucht.
Die Grenze ist offensichtlich. Wir sind neu. Bis zum 14. August hatte Kinavela eine Pilotgrenze: eine Liste freigeschalteter Orte. Wer in Schrobenhausen, Aresing, Manching oder Karlskron wohnte, konnte die Anmeldung nicht abschließen, nicht weil dort etwas fehlte, sondern weil der Ort nicht einzeln eingetragen war. Diese Liste ist gelöscht. Seitdem kommt jede gültige Adresse in Deutschland rein, und in manchen Regionen heißt das trotzdem, dass du eine der ersten bist.
Der ehrliche Rat lautet deshalb nicht "nimm Kinavela". Er lautet: nimm zwei oder drei davon. Die Gemeinde für den Rhythmus, den Verein für die großen Anlässe, und etwas, das dir sagt, wer nebenan wohnt.