KINAVELA

Vier Fehler, die Familien nicht hätten treffen dürfen

Am 14. August haben wir vier Fehler behoben. Was sie für Familien bedeuteten und warum wir bei Kinavela offen darüber sprechen.

Am 14. August haben wir vier Fehler repariert. Einer davon hätte nie passieren dürfen: Wer das Anmeldeformular zweimal abgeschickt hat, konnte dadurch das gerade angelegte Konto wieder verlieren.

Ein zweiter Klick ist kein ungewöhnliches Verhalten. Man klickt noch einmal, wenn eine Seite langsam ist oder man nicht weiß, ob der erste Versuch angekommen ist. Bei Kinavela führte genau das dazu, dass ein unbestätigtes Konto gelöscht wurde. Nicht gesperrt. Gelöscht.

Der Grund ist unspektakulär und deshalb umso ärgerlicher. Bei einer noch nicht bestätigten E-Mail-Adresse hat unser Anmeldedienst den Bestätigungslink neu erzeugt, statt die Anfrage abzulehnen. Die Anfrage lief danach weiter, stolperte über eine Eindeutigkeitsregel in der Einwilligungstabelle und löste ein Rollback aus. Das Rollback nahm ein Konto mit, das diese Anfrage nie erstellt hatte.

Wir wissen nicht, wie viele Menschen davon betroffen waren. Dieser Satz fällt mir nicht leicht. Eine Plattform für Familien darf bei solchen Fehlern nicht so tun, als wäre nur eine technische Kleinigkeit schiefgegangen.

Manche Orte waren draußen

Kinavela hatte eine Pilotgrenze: eine Obergrenze für aktive Familien und eine Liste freigeschalteter Orte. Wer in Schrobenhausen, Aresing, Manching oder Karlskron wohnte, konnte die Anmeldung nicht abschließen. Nicht weil dort etwas fehlte, sondern weil der Ort nicht einzeln eingetragen war.

Gedacht war das als vorsichtiger Start. Angekommen ist es als Ablehnung. Das passt nicht zu Kinavela. Familien in der Diaspora leben nicht nur in Berlin oder München. Sie leben auch in kleineren Städten und Gemeinden und sollen einander dort finden können, wo ihr Alltag stattfindet.

Die Regel heißt jetzt: Wer eine gültige Adresse in Deutschland auswählt, kommt rein. Der Datenbank-Trigger, der das verhindert hat, ist gelöscht.

Der Regler hat gelogen

In der Anmeldung stellt man ein, wie weit entfernt andere Familien wohnen dürfen. Wer die Anmeldung unterbrochen und später fortgesetzt hat, sah daneben "40 km" stehen — unabhängig davon, wo der Regler tatsächlich stand.

Die Anzeige blieb bei ihrem Startwert, obwohl im Hintergrund etwas anderes gespeichert war. Man hat also nicht unbedingt das abgeschickt, was man auf dem Bildschirm gelesen hatte. Gerade bei der Frage, wie nah andere Familien sein dürfen, muss die eigene Entscheidung sichtbar und verlässlich sein.

Das Feld, das nichts gesagt hat

Bei der Ortssuche muss man tippen und danach einen Treffer aus der Liste auswählen. Viele haben getippt und sind weitergegangen. Das Feld sah ja ausgefüllt aus.

Jetzt steht ein Satz darunter: "Suchen und den Ort danach aus der Liste auswählen." Neun Wörter. Die hätten wir von Anfang an hinschreiben können.

Warum wir das öffentlich machen

Kinavela soll Familien helfen, vertrauensvolle Verbindungen in ihrer Nähe aufzubauen und kulturelle Wurzeln mit ihren Kindern weiterzugeben. Bevor daraus Begegnungen entstehen, müssen schon die ersten Schritte fair, verständlich und verlässlich sein.

Ich kann nicht versprechen, dass wir nie wieder einen Fehler machen. Ich kann aber versprechen, dass wir Fehler nicht hinter technischen Begriffen verstecken. Wir benennen, was für Menschen schiefgegangen ist, reparieren es und erzählen, was wir daraus gelernt haben.

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