Sieben Dinge, die vor dem ersten Treffen geklärt sein sollten
Zwei Familien schreiben sich, verstehen sich, verabreden sich. Was vorher besprochen gehört, damit das erste Treffen für alle gut ausgeht.
Der Moment, in dem aus Nachrichten ein Treffen wird, ist der heikelste im ganzen Ablauf. Online kann man abbrechen. Auf einem Spielplatz steht man voreinander.
Diese Liste ist keine Warnung. Sie ist das, was erfahrene Eltern ohnehin machen, nur aufgeschrieben.
1. Der erste Ort ist öffentlich. Ein Spielplatz, ein Café, ein Park. Nicht die Wohnung, auch nicht beim zweiten Mal, wenn es sich noch nicht richtig anfühlt. Wer das als Misstrauen liest, hat wenig Erfahrung mit Kindern; wer es selbst vorschlägt, meist viel.
2. Ein Zeitfenster, kein offenes Ende. "Wir sind von drei bis halb fünf da" nimmt beiden Seiten die Frage ab, wann man geht. Ein Treffen, das früh endet und gut war, wiederholt man. Eines, das sich zieht, nicht.
3. Wer kommt mit. Kommen beide Elternteile? Kommt eine Tante mit, die niemand angekündigt hat? Das ist keine Formalität. Ein Kind, das mit zwei fremden Erwachsenen mehr rechnet als erwartet, ist unsicher, und die Eltern merken es sofort.
4. Welche Sprache. Deutsch, Französisch, Englisch, Pidgin. Diese Frage vorher zu stellen erspart die ersten zwanzig Minuten Höflichkeitstanz. Sie sagt außerdem etwas darüber, wie die Kinder miteinander spielen werden.
5. Essen und Allergien. Wer etwas mitbringt, sagt vorher was. Nüsse sind der häufigste Grund, warum ein Nachmittag abgebrochen wird, und der am leichtesten vermeidbare.
6. Fotos. Vorher klären, ob fotografiert wird und was damit passiert. Die meisten Konflikte zwischen Familien entstehen nicht beim Fotografieren, sondern danach, wenn ein Bild in einer Gruppe auftaucht, von der die andere Familie nichts wusste. Bei Kinavela gibt es deshalb keine öffentlichen Kinderprofile, aber was auf einem Spielplatz passiert, kann keine Plattform regeln.
7. Was die Kinder vorher wissen. Ein Kind, dem man sagt "wir treffen jemanden, den Mama online kennengelernt hat", geht anders hin als eines, das überrascht wird. Kinder tragen Unsicherheit nicht aus, sie verhalten sich danach.
Wenn eine dieser sieben Fragen unbeantwortet bleibt, weil die andere Seite ausweicht, ist das die Antwort. Ein Treffen abzusagen kostet eine Nachricht.
Was wir bei Kinavela dafür tun können, ist begrenzt und soll begrenzt bleiben. In der Suche steht eine Entfernung, keine Adresse. Wie nah jemand wohnt, ist eine Angabe; wo genau, ist keine, und zwar auch dann nicht, wenn ihr euch längst schreibt. Den Treffpunkt verabredet ihr selbst, und diese sieben Punkte sind das, was dabei zwischen euch gehört.
Kinder haben deshalb keine eigenen Profile, und es gibt keinen öffentlichen Feed. Den Nachmittag selbst gestaltet ihr.